ARCHITEKTUR & STÄDTEBAU
Entlang der Sonnenallee nehmen die ersten beiden Ebenen des Sockels alle für den Stadtraum relevanten gewerblichen Nutzungen auf. Darüber befinden sich in ihrem Erscheinungsbild zurückhaltende, orthogonale Wohngebäude, die sich im Grundriss leicht gegeneinander verschieben und dadurch dem Maßstab der Seestadt entsprechende Fassadenlängen bilden. Die unterschiedlichen Höhen, die durch den Geländeverlauf entstehen, ergänzen dieses subtile Vor- und Zurückrücken und schaffen entsprechende Atmosphären an den Bauplatz angrenzenden Zonen und eine lebendige, harmonische Stadtsilhouette.
Der langfristig veränderbare Sockel mit 4 m Raumhöhe wird als flexible nutzbare Stahlbetonstützenraster-Struktur ausformuliert. Er bildet den resilienten Sockel, der begrünt, veränderbar und selbstbewusst in Erscheinung tritt und die Stadtkante definiert.
Die auf den Sockel aufgesetzten Wohnwürfel folgen in ihrem Erscheinungsbild der Logik eines Holzbaus. Die Achsen der orthogonalen Baukörper greifen die Durchwegung des Areals auf und schaffen eine fließende Verbindung im städtischen Kontext.
Durch die Auflösung der ursprünglichen städtebaulichen Konfiguration entstehen hochwertige, beidseitig belüftete und belichtete Wohnungen. Das Zerschneiden der Baukörper und die Transformation der Blockbebauung in Einzelbaukörper in den Obergeschossen vermeiden Innenecken und reduzieren die Fassadenlängen. Die Durchlüftung während der Sommermonate ist in jeder Himmelsrichtung ausreichend gewährleistet.
Kompakte Erschließungsflächen mit durchgängig belichteten Stiegenhäusern sorgen für eine effiziente und angenehme Erschließung, während deren Achsen spannende Durchblicke und Weitblicke über den Bauplatz hinaus ermöglichen. Jeder Baukörper erhält durch zugeordnete Freiflächen eine eigene Identität.
Die Einbindung in das freiräumliche Konzept von Aspern wird durch die grüne Bucht an der grünen Saite gestärkt, hier wird ein zusätzlicher Verweilort geschaffen. Der zweigeschoßige Sockel an der Sonnenallee ermöglicht ein „Heraufschwappen“ des gegenüberliegenden Parks auf den Dachgarten, der auf dem Sockel Platz findet und eine Erweiterung des freiräumlichen Angebotes darstellt.
SOZIALE NACHHALTIGKEIT
Das QUARTIER FÜR ALLE bietet durch ein vielfältiges Wohn-, Arbeits– und Freizeitangebot als auch in der durchdachten Freiraumgestaltung das Nachhaltigkeit auf allen Ebenen vereint. Angebote wie Urban Gardening und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche stärken das soziale Miteinander und fördern den Austausch zwischen den BewohnerInnen.
Rund die Hälfte aller Wohnungen werden zu SMART-Konditionen angeboten. Die 85 SMART-Wohnungen werden für alle Wohnungstypen und in allen Lagen innerhalb der Häuser, also vom EG bis ins DG angeboten. Somit kann auch mehrköpfigen Familien besonders günstiger Wohnraum angeboten werden. Jede SMART-Wohnung verfügt auch über einen privaten Freiraum (Balkon).
Bei der Gestaltung der Grundrisse, Gemeinschaftsräume und Außenanlagen lag der Fokus auf Alltagstauglichkeit und Anpassungsvermögen. Die gemeinschaftlich und gewerblich genutzten Räume wie z.B. der Coworking Space, die zum Wohnen und Arbeiten genutzten Maissonetten und ein Fitness-Raum bringen einen Mehrwert für das gesamte Grätzel. Der im Innenhof mit einer Rampe um ein Atrium erschlossene Fahrradraum aktiviert und belebt den Innenhof. Eine Spielbucht und Gemeinschaftsnischen am Impuls- & Gemeinschaftsraum fördert das nachbarschaftliche Miteinander. Im Zentrum des Quartiers entsteht eine „Grüne Nische“ mit einem Stadtwäldchen als Kern, welches als flexibler Freiraum für Spiel, Erholung und sportliche Aktivitäten unter Bäumen dient. Die Gemeinschaftsterrassen mit Urban Gardening auf dem Sockel fördern dabei die soziale Interaktion.
ÖKOLOGIE & ÖKONOMIE
Das Projekt fokussiert ressourcenschonendes, kreislauffähiges Bauen als zentrales Instrument des Klimaschutzes.
Der langfristig veränderbare Sockel wird als flexible nutzbare Stahlbetonstützenraster-Struktur ausformuliert. Als wesentlicher Hebel zur Minimierung negativer Umweltauswirkungen wird der Einsatz von Stahlbeton als Primärbaustoff mit besonders hohem Treibhausgaspotential mittels der statischen optimierten Stahlbetonskelettkonstruktion mit direkter Kraftableitung in Punkt- und Linienfundamente konsequent reduziert, das minimierte Untergeschoß trägt das übrige zu dieser Reduktion bei.
Darauf aufgesetzt werden die Wohnwürfel, die als Holzbau mit Holzhybrid-Deckenkonstruktion vorgeschlagen werden und bei denen die Baustoffe zielgerichtet eingesetzt werden. Die Wohnwürfel bauen sich nach sehr einfachen Prinzipien auf, die Orthogonalität ist sowohl dem Material als auch der Wohnqualität geschuldet. So sind nahezu alle Wohnungen zweiseitig orientiert und eine Querlüftung schafft zur Vermeidung der sommerlichen Überwärmung ausreichend Luftwechsel.
Die Hybriddecke kombiniert die Vorteile des Verbundbaus mit hoher Speicherkapazität und ermöglicht durch Bauteilaktivierung ein effizientes Heizen und Kühlen. Die massive Konstruktion sorgt für größtmögliche Energieflexibilität und Netzdienlichkeit, indem sie Energie speichert und bedarfsgerecht abgibt. Gleichzeitig gewährleistet die hohe Speichermasse einen ausgezeichneten sommerlichen Innenraumkomfort. Mit einer lichten Raumhöhe von 2,8 m im Bereich des südlichen Hauses an der Sonnenallee wird zudem eine maximale Flexibilität für zukünftige Nachnutzungen geschaffen.