Wohnen


Wohnhausanlage Osramgründe, Wien 23

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Im Süden von Wien in unmittelbarer Nähe zu den bekannten Wohntürmen von Alt-Erlaa entstand eine umweltverträgliche Niedrigenergie-Wohnhausanlage mit besonderer Beachtung der passiven Sonnenenergienutzung.

Das wohldurchdachte städtebauliche Konzept der Anlage mit insgesamt 514 Wohnungen ordnet die Bebauung möglichst weit am Nordrand des Grundstückes an. Der L-förmige Baukörper im Osten sowie die geschwungene Bebauung im Norden (Bauteil Treberspurg & Partner ZT GmbH) rücken geschickt aus dem Schatten der angrenzenden Alt-Erlaaer Wohntürme. Trotz der Nähe zu den Hochhäusern ist so optimale passive Solarnutzung möglich. Außerdem ist es gelungen, einen Großteil der Grundstücksfläche für Grünflächen freizuhalten, die durch die neue Bebauung gegen die kalten Nordwestwinde abgeschirmt werden. Im geschützten Hofbereich befinden sich vier „Stadtvillen“ und das Kindertagesheim. Die positiven Auswirkungen des städtebaulichen Konzeptes auf das Kleinklima wurden in einer Windkanalsimulation getestet.

Das Projekt wurde unter Federführung des Architekturbüros Treberspurg  & Partner ZT GmbH (als Sieger des städtebaulichen Gutachterverfahrens) - in Zusammenarbeit mit Architekt Steiner und Atelier 4 – verwirklicht. Dank der Bereitschaft des Bauträgers, die energiesparenden und ökologischen Ideen der Planer auch in die Tat umzusetzen, wurde hier erstmals in Österreich im sozialen Wohnbau eine Brauchwasseraufbereitung mit Abwärmerückgewinnung aus Wasch- und Duschabwässern ausgeführt. Eine Neuheit im sozialen Wohnbau war auch die große mehrgeschoßige Innenhalle im Osttrakt.

Abwärmerückgewinnung aus Wasch- und Duschwasser:

Das Grauwasser wird zentral gesammelt und die Abwärme mit Wärmerückgewinnungssystem auf das Frischwassser übertragen. In einer ersten Stufe wird die Wärme mit einem Sicherheitswärmetauscher direkt und in einer zweiten Stufe mit Wärmepumpe übertragen. Um ein Absinken des Wirkungsgrades zu verhindern, wird eine automatische Wärmetauscherreinigung eingesetzt. Die projektierte Heizleistung der Gerätekombination beträgt 81 kW bei einer kombinierten Arbeitszahl von 8,4.

Das bereits durch das Wärmerückgewinnungssystem vorgereinigte Grauwasser wird nach einem Konzept der Fa. BWT Mondsee in einer Wasseraufbereitungsanlage mit Filtern, UV-Entkeimung und Nanofiltration fast auf Trinkwasserqualität gereinigt und für die WC-Spülung verwendet. Der Bedarf für die WC-Spülung kann vollständig gedeckt und damit ein Drittel des Trinkwasserverbrauchs eingespart werden. Um eine hohe Filterwirkung zu erreichen, wird am Beginn der Wasseraufbereitung ein Flockungsmittel vor einem Statikmischer zudosiert. Danach wird ein vollautomatischer Mehrschichtfilter beschickt, bei dem durch Differenzdrucküberwachung die notwendigen Rückspulvorgänge eingeleitet werden. Dafür steht ein eigener Rückspulbehälter zur Verfügung, der mit dem Konzentrat der Nanofiltration gespeist wird. Um das Eindringen von Keimen in die Nanofiltrationsanlage zu verhindern, wird eine Ultraviolett-Entkeimungsanlage dazwischengeschaltet. Danach gelangt das vorgereinigte Abwasser in die vollautomatische Nanofiltration, die das Kernelement der Wasseraufbereitung darstellt.

Das keimfreie und teilweise entsalzte Filtrat (Permeat) wird in einen Nutzwassersammelbehälter geleitet. Um eine Wiederverkeimung des aufbereiteten Abwassers zu verhindern, wird das Wasser im Sammelbehälter umgewälzt und eine geringfügige Chlormenge (weniger als 0,05 mg/l) zudosiert. Das aufbereitete Wasser wird über eine Drucksteigerungsanlage in das bestehende Nutzwassernetz eingespeist.