Wohnen


Passiv-Wohnhausanlage Roschégasse, Wien 11

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Die Bebauung an den beiden Straßenfronten ist viergeschoßig mit einem zurückgesetzten Dachgeschoß. Um keine Wohnung ausschließlich zur Straße zu orientieren, wurden in diesem Bereich Spänner-Typen mit zum Hof gerichteten Freiflächen entwickelt. Im Süden und Osten umschließen dreigeschoßige Zeilenbauten mit Maisonetten und darüber liegenden Geschoßwohnungen den Hof. Zwischen den Zeilen fungieren die Stiegenhäuser als Gelenke und erschließen die Laubengänge im zweiten Stock. Ergänzt wird die Bebauung durch einen kompakten, dreigeschoßigen Baukörper im Inneren des Hofes. Die Gliederung konzentriert sich auf wenige großvolumige Gestaltungselemente, wie die Erker an der Pantucekgasse oder die stark akzentuierten, zum Teil auskragenden Dachgeschoße, von denen aus man einen herrlichen Blick bis zum Schneeberg genießen kann.

Das Passivhaus bietet seinen Bewohnern optimalen Wohnkomfort. Der geregelte Luftwechsel garantiert bestes Raumklima im Sommer und Winter. Weiters wurde darauf Bedacht genommen, dass alle Wohnungen über entsprechende private Freibereiche (Mietergärten, Loggien oder Dachterrassen) verfügen. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war das Gebäude international die größte Passivhaus-Wohnhausanlage. Es steht für optimale Wohnqualität und Behaglichkeit bei gleichzeitiger Reduzierung des Schadstoffausstoßes durch den geringen Einsatz an Energie für Warmwasser und Heizung.

Die Wohnungen werden mittels dezentralen, kompakten Wohnungslüftungsgeräten mit Warmwasserbereitung und hocheffizientem Wärmetauscher (ca. 90 % Wärmerückgewinnung) mechanisch be- und entlüftet. Natürlich können jederzeit die Fenster geöffnet werden, eine Lüftung über Fenster ist aber nicht mehr notwendig. Der Restheizwärmebedarf der Wohnungen wird - wie bei Passivhäusern üblich - über die erwärmte Zuluft abgedeckt. Sowohl die Erwärmung der Zuluft als auch des Warmwassers erfolgt durch eine Kleinstwärmepumpe, die der Abluft Wärme entzieht. Bevor die Frischluft in die einzelnen Wohnungen gelangt, wird sie durch Erdwärme-Tiefensonden (ca. 100 m tief) vorgewärmt, indem die Erdwärme über einen Sole-Zwischenkreis (Glykolwassergemisch) und einzelne Wärmetauscher auf die Frischluft übertragen wird.

Die Einbindung der Photovoltaikanlage als integrativer Bestandteil des Entwurfes bildet ein sichtbares Symbol für Nachhaltigkeit und die Versorgung des Projektes mit erneuerbaren Energien. Sie fördert die Identifikation der Bewohner mit dem ökologischen Konzept.