Bauten des Bildungswesens


Kindergarten Bad Säckingen-Straße, Purkersdorf, NÖ

Der Bauplatz direkt am Gablitzbach zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus.
Auf ihm befindet sich ein historistisches Pförtnerhaus einer bereits abgerissenen Villa aus dem Jahre 1914. Auf persönlichen Wunsch von Bürgermeister Mag. Karl Schlögel sollte, wenn wirtschaftlich vertretbar der identitätsstiftende Altbau erhalten bleiben. Durch intensive Diskussionen konnte ein Konzept entwickelt werden in dem der Neubau und der Altbestand zu einer Symbiose finden. Das Bestandsgebäude wird zukünftig die Verwaltung des Kindergartenstandorts beherbergen.

Ein zweites Merkmal des Bauplatzes ist die starke Verschattung des Geländes durch einen südseitig gelegenen siebengeschoßigen Wohnbau. Der Entwurf des Kindergartens baut auf dem Grundgedanken auf,  auch im Winterhalbjahr direktes Sonnenlicht in die Gruppenräume der Kindern zu bringen. Dazu wurden detaillierte Sonnenlicht-Simulationen durchgeführt die zur Entwicklung der Dachgeometrie geführt haben.
Die verkippte Dachstruktur des Zubaus öffnet sich an den Hochpunkten Richtung Süden und fängt so das Sonnenlicht. Sie schafft differenzierte Zonierungen in den Gruppen - und Aufenthaltsräumen und bietet Rückzugsräume in Kombination mit einer großzügigen Offenheit.
Der Neubau tritt an der Straßenseite zurück und schließt flach und sensibel an das Bestands-gebäude mit seiner komplexen Dachstruktur an. Über den intuitiv positionierten Eingangsbereich betritt man die zentrale  Erschließungshalle. Sie beherbergt die Garderoben und ist verbindendes Element zwischen Alt- und Neubau, dem Vorplatz und den Grünbereichen.
Oberlichten erlauben Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Raumzonen.
Die Fenster der Gruppenräume sind auf Augenhöhe der Kinder angeordnet und bieten so Ausblicke in den Straßenraum bei gleichzeitiger Wahrung der Intimität.
Die Übereckverglasungen stellen den Übergang der Gruppenräume in den Grünbereich des Kindergartens da und laden durch Sitzbänke in Parapethöhe  zum Beobachten ein.

Die Holzfassade besteht aus drei unterschiedlich breiten Brettformaten aus Lärchenholz im wilden Verband (”senkrechte Chaosschalung”). Diese ist mit bunter Spannbahn hinterlegt, die für farbige Nuancen an der Fassade sorgt welche sich mit dem Betrachtungswinkel verändern.

Das Gebäude wird in einem sehr guten Niedrigenergiehausstandard   mit dezentralen Lüftungsanlagen errichtet und mit einer flächendeckenden Fußbodenheizung beheizt. Als Wärmequelle dient eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.