Wettbewerbe


2013 Neue Wahlgemeinschaften der plus-Generation, Viehtriftgasse - 1. Preis

ICH-DU-WIRplus

NEUE „KONSTRUIERTE“ FORM DER SOZIALEN VERNETZUNG
Insbesondere in den Städten leben immer mehr Menschen allein, vor allem ältere Menschen oft auch isoliert! Faktum ist, dass in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen nicht in ein Verwandtschaftssystem eingebettet sind. Viele haben nicht die Möglichkeit oder die Unterstützung, um am gesellschaftlichen Leben so teilzu-nehmen, dass sie sich integriert fühlen. Die Suche nach einer anderen, „konstruierten“ Form der sozialen Vernetzung wird immer wichtiger. Man spricht von „neuen (Wahl)-Verwandtschaften“ unter Freunden und/oder auch von „nicht-verpartnerten“ Wahl-Freundschaften.

BALANCE: RÜCKZUG-BEZIEHUNG-GEMEINSCHAFT
Das Bedürfnis nach Rückzug und Selbstbestimmung (ICH), Freundschaft und Beziehung (DU) und nach Gemeinschaft und Begegnung (WIR) ist in jeder Lebensphase und bei jedem Individuum unterschiedlich. In der Kindheit, Adoleszenz, Berufs- und Familienleben sind die ICH-DU-WIR-Bereiche oft nicht selbst bestimmt und nicht scharf abgegrenzt. Der „zweite“ Lebensabschnitt bietet die Chance und Notwendigkeit, diese Bereiche in eine neue Balance zu bringen, seine Identität zu definieren. ICH-DU-WIR plus gibt dieser Balance Raum.

DIE ZWEI GESICHTER
•    Die Ich-Du-Wir Räume sind an der Fassade ablesbar. Die Ich-Bereiche mit französischem Fenster, Du-Bereiche besitzen Balkone bzw. Loggien; Wir-Bereiche sind als Erker ausgebildet, plus-Räume sind verglast.
•    Die zwei Hauptfassaden des Gebäudes präsentieren sich mit zwei unterschiedli-chen Gesichtern.
•    Straßenseitig sind die Gemeinschaftsräume angeordnet und öffnen sich zum Umfeld. Die beruhigte Fassadenwirkung mit Balkonen nimmt Bezug auf den Straßenraum und die Zeilenstruktur von Jean Nouvel. Von den Balkonen sind auch Blickbeziehungen längs der Straße möglich.
•    Gartenseitig sind die plus-Räume angeordnet. Statt dem offeneren Balkonangebot der Straßenseite, werden gartenseitig intime Loggien vorgesehen. Die etwas plastischere Fassadenwirkung antwortet auf die Kleinteiligkeit der Einfamilienhäuser.

GEMEINSCHAFTLICHES ICH-DU-WIR-WOHNEN FÜR VIELE LEBENSMODELLE
•    Im Erdgeschoß bilden die 4-Wahl-Freunde-Typen als ICH-DU-WIR plus-Verein das soziale Fundament der Gemeinschaft und tragen den großen Gemeinschaftsraum. In den Obergeschoßen sind die kleineren Typen flexibel organisierbar.
•    Wohnungen für 2-Wahl-Freunde: private, autarke Rückzugsräume [ICH] in der gemeinsamen Wohnung sowie ein gemeinsamer Begegnungsraum [DU]
•    Wohngemeinschaften für 4 Wahl-Freunde: In der EG-Zone, der Schnittstelle zum öffentlichen Raum, werden die 4-Wahl-Freunde-Typen mit kommunikativem DU-Bereich vorgesehen.
•    Wohnungen für 1 Person: Ergänzungstyp für ein vielfältiges Wohnungsangebot - zum „alleine Wohnen in Gemeinschaft“ – Einleben in die Gemeinschaft, Gäste-wohnung, PflegerInnenwohnung etc.
•    Wohnungen für Paare: Ergänzungstyp für die Paare. Innerhalb der Wohnungen werden offene Rückzugsmöglichkeiten geschaffen.