Forschung


Anpassungsfähiger und ressourcenorientierter Wohnbau in Holzbauweise für NÖ

Das Ziel des Forschungsprojekts war ein konzeptioneller Entwurf für einen ressourcenorientierten Holzwohnbau, welcher einerseits flexibel auf individuelle Bedürfnisse und auf soziale Veränderungen reagieren kann und andererseits aus vorgefertigten, ökologischen Bauteilen besteht. Die Konzepte sollen die Ziele der Kreislaufwirtschaft berücksichtigen, um Altlasten zu vermeiden und gleichzeitig Primärressourcen zu schonen.

Mittels Literaturrecherche und Firmenbefragungen wurden die Anforderungen an einen anpassungsfähigen
und ressourcenorientierten Wohnbau erhoben und bedeutende Demonstrationsgebäude umfangreich dokumentiert. Es wurden Kriterien für einen nachhaltigen Einsatz von Holz in Wohngebäuden zusammengestellt. Voraussetzungen für kreislauffähige Bauteile sind geeignete Befestigungsmittel und die Vermeidung von Störstoffen (Anstriche, Beschichtungen, Klebstoffe). Empfohlen wird der Einsatz von unbehandeltem, sägerauem Holz unter Berücksichtigung des konstruktiven Holzschutzes in Zusammenhang mit der natürlichen Dauerhaftigkeit der Holzart. Damit vermindert sich der Aufwand zur Herstellung und Instandhaltung und es wird gewährleistet, dass Holz nicht als Sondermüll entsorgt werden muss. Weiters wird eine demontagefähige Modulbauweise empfohlen, um den Aufwand für Instandsetzung und Rückbau zu vermindern. Ein Schwerpunkt des Projekts war die Untersuchung von Thermoholz-Anwendungen für den Außenbereich (Fassaden, Terrassen, etc.) mit Fokus auf Dauerhaftigkeit, Befestigungstechnik und Vergrauung. Es wurden ein Laborbewitterungsversuch und ein Freilandbewitterungsversuch mit 16 Fassadenelementen durchgeführt. Untersucht wurden verschiedene architektonische Gestaltungsmöglichkeiten (z.B. stehende und liegende Schalungen, Stülp und Lattenschalungen), das Oberflächenverhalten (Vergrauung, Rissbildung) und die Auswirkungen des Materials auf umliegende Gebäudeteile und auf Befestigungsmittel. Ein genaues Verhaltensbild der Alterung und Vergrauung – abhängig von der Bewitterungsdauer, von den herrschenden klimatischen Bedingungen und von der Exposition nach verschiedenen Himmelsrichtungen – konnte aufgezeichnet werden. Weiters wurden unterschiedliche Befestigungsmittel für Thermoholz auf ihre Einsatztauglichkeit getestet. Der optimale Randabstand (kleinster Abstand zum Brettrand bei bestmöglicher Kraftübertragung ohne Rissbildung am Fassadenmaterial) wurde in einem Laborversuch ermittelt und den Beanspruchungen künstlich erzeugter Klimabedingungen ausgesetzt. Weitere Ergebnisse des Projekts sind konkrete Entwürfe für ein Pilotprojekt, eine Checkliste für einen ressourcenorientierten Einsatz von Holz im Hochbau und ein Praktikerleitfaden für
die Anwendung von Thermoholz.